Abenteuer Baby

Gestern, vor einem Jahr, am 19. Juli 2014, war der Tag, der unser Leben zum positiven einmal komplett veränderte.

Meiner Ärztin ihre Worte waren „Die Frau … ist schwanger!“ 

meine Antwort „ehrlich jetzt?“ 

Ich meine nach ca. 7 Jahren, wo mir gesagt wird, dass ich nur mit Hormontherapie schwanger werde und das wollte ich auf keinen Fall, kann man ja schon mal dumm genauer nachfragen oder?

Ich hielt die ganzen Jahre ganz sehr an meinem Glauben fest und betete oft dafür, dass Gott uns noch zu einer richtigen kleinen Familie macht und wir stolze Eltern sein dürfen und ich sagte mir immer
„wenn mein Körper (mit einer Größe von 1,20m und 33kg) eine Schwangerschaft hinbekommt, dann schafft er es auch „selbst“ schwanger zu werden!“

Am 24. Mai 2014 stand folgender Losungstext, der mir auch wieder einmal ein Funke Hoffnung gab:
Jesus sprach zu der Frau, die an Blutungen litt: 
Sei getrost, Tochter, dein Glaube hat dich gerettet“
Matthäus 9,22

Und jetzt, soll es tatsächlich so sein? Mir schossen tausende Gedanken in dem Moment durch meinem Kopf. Alles ging so schnell, ich hielt ein wundervolles Bild in der Hand, wo eine kleine winzige Erbse zu sehen ist und bekam auch schon Blutabgenommen und ein neuen Termin, wo ich meinen Mutterpass bekomme und dann, dann sah´s ich im Auto und dachte mir und jetzt… jetzt ist es soweit, du fährst nach Hause und sagst deinem Mann das er Papa wird.

Genau das tat ich auch. Er hatte frei und ich wollte „eigentlich“ nach dem Routine Arztbesuch zur Arbeit fahren.
Plötzlich stand ich wieder in der Tür und sagte ihm „die Ärztin meinte ich soll ein bisschen zu Hause bleiben und mich schonen“ und als er den Grund wissen wollten sagte ich „Du wirst Papa, wir bekommen ein Baby, Gott hat einen anderen Plan als alle dachten“ ich zeigte ihm DAS Bild. Mehr kann ich diesen emotionsvollen Moment gar nicht in Worte fassen. Er war genau so gerührt wie ich. 2 Stunden später, stand der Name für unser Baby fest und wir Beide waren uns einig, wir bekommen einen Sohn!

Jetzt begann also das ABENTEUER BABY einer RolliMami und keiner wusste wie es aussehen wird.

Begonnen haben wir in der 8. Woche – es war mir schon ca. 2 Wochen vorher immer sehr sehr übel und ich wollte bereits zum Arzt gehen weil ich Angst hatte, es könnte ein Magengeschwür oder ähnliches sein. Aber, erstmal wartet man ja, dass die Übelkeit von allein weg geht – ging sie auch – pünktlich zum Beginn des vierten Monats 😉

10. Woche – ich sehe auf dem Ultraschall unser Baby wieder, es hat schon Hände und Füße und ist wunderschön
ich bekomm mein Mutterpass ausgehändigt und lerne meine Hebamme, für die Vor- und Nachsorge, kennen
und ich bin oft sehr müde und hab keine Lust auf irgendetwas – geht das irgendwann wieder vorbei?

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11. Woche – ich schicke meinen Mann Forelle einkaufen, da der Heißhunger zu groß ist

12. Woche – endlich ist die kritische Phase fast geschafft, ich hab sehr oft so große Angst vor einer Fehlgeburt gehabt, lag oft Nächte wach, auch wenn keinerlei Anzeichen da waren, der Wunsch dieses Baby gesund auf die Welt zu bekommen ist einfach unfassbar groß

13. Woche – der Papa war mit beim Ultraschall unser Baby ist schon jetzt sehr aktiv und putzmunter

14. Woche – der Bauchi wächst und das Baby auch

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15. Woche – wir fahren nochmal in den Urlaub und der Bauchi blubbert ab und zu schon wenn ich mich ausruhe… langsam kann ich das Baby schon still und leise spüren

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17. Woche – es wird ein Junge

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18. Woche – das Zimmer wird vorgerichtet, der Bauchi wächst, die Tritte sind deutlich zu spüren

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19. Woche – auch der Papi wird getreten

20. Woche – Halbzeit und schon 299 Gramm … jede Woche ohne Komplikationen ist für uns so ein großes Geschenk und bis jetzt lief jeder Tag so klasse

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21. Woche – Feindiagnostik, jetzt ist das Baby schon 22 cm und wiegt 320 Gramm, gesund und munter kullert es aufgeregt in meinem Bauchi rum. Ob es meine OI Krankheit geerbt hat? Nein, dass lassen wir nicht während der Schwangerschaft testen, denn das ist ausreichend wenn unser Kind auf der Welt ist. So oder so wird dies geschehen und daher ist es vollkommen egal.

23. Woche – Zucker – und Bluttest (hier war der Zuckertest etwas hoch, Schwangerschaftsdiabetes hat sich aber nicht bestätigt) Das erste CTG wurde auch schon gemacht, der Bauchkrümel wollte es eher nicht und huschte immer weg – aber wie immer – alles in Ordnung – so eine wundervolle Schwangerschaft

25. Woche – Vorstellung im Krankenhaus bei der Oberärztin, ihr Ziel ist die 37. Woche, vorsorglich bekomme ich aber die Spritze für die Lungenreife, falls unser Baby doch eher zu uns möchte

27. Woche – 958 Gramm – jetzt gibt es das erste 3D Ultraschallfoto – es geht mir immer noch super gut mit meinem Kugelbauchi

28. Woche – die Übungswehen sind schon oft da, aber es gibt ja gutes TOKO-Öl, was diese etwas verringert

29. Woche – Verlaufskontrolle bei der Oberärztin im Krankenhaus – 1300 Gramm – wie immer alles super

30. Woche – die Übungswehen sind oft da, jetzt zieht es auch gern überall wenn der kleine Schatz sich dreht

31. Woche – 1560 Gramm

33. Woche – Verlaufskontrolle bei der Oberärztin im Krankenhaus – 1800 Gramm – auch hier immer noch eine super Schwangerschaft

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36. Woche – die heiße Phase beginnt – Verlaufskontrolle bei der Oberärztin im Krankenhaus – auch hier alles super, sie ist sich noch nicht sicher, ob wir vielleicht sogar bis zu 38. Woche kommen

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37. Woche – Verlaufskontrolle Oberärztin – die Tasche ist im Auto und das ist auch gut so, denn das CTG zeigt uns ein kleines unzufriedenes Baby, ich spüre das es mir oft zieht und das Baby sich beengt fühlt. Der erste ursprüngliche KS – Termin war für den nächsten Tag angesetzt und dann kam die Ärztin und meinte, dass CTG ist so unruhig, vielleicht holen wir ihr Baby heute noch. Da war es mir kurz anders. Jetzt doch so schnell? Die ganze Zeit war alles so ruhig und nun muss alles so fix gehen?
Das nächste CTG zeigte ein ruhigeres Baby und der Kaiserschnitt wurde auf den nächsten morgen gelegt. Das sollte er also werden, der Geburtstag unseres Sohnes!

Die Geburt – ich habe mich schon von Beginn an für ein Kaiserschnitt mit Vollnarkose entschieden, da ich wirklich davor Angst habe, Panik im OP zu bekommen. Die Ärzte haben mir auf Grund meiner Krankheit auch dazu empfohlen und so war ich nicht dabei, als unser Mäusekind das Licht der Welt erblickte. Zum Zeitpunkt der Geburt war der Muttermund bereits leicht geöffnet und ich hatte früh einen kleinen Blasensprung. Wehen hatte ich am Abend auch etwas – unser Baby hat sich selbst für diesen Zeitpunkt der Geburt entschieden. Die Schulter lag im Geburtskanal und der Kopf links unten – eine Spontangeburt wäre hier (abgesehen von meiner Krankheit) nicht möglich gewesen.

Der Papi hat ihn aber im Untersuchungsraum mit in Empfang genommen. Unser Sohn hat stolze 2350 Gramm gewogen und war 45 cm groß. Er hatte noch etwas Probleme die Temperatur zu halten und zu Beginn brauchte er noch ein bisschen Unterstützung beim atmen. Als ich wach geworden bin, stand er neben mir im Inkubator. Um 7:58 Uhr erblickte er das Licht der Welt und gegen 13 Uhr, habe ich ihn dann in den Arm nehmen dürfen. Aber, ich durfte ihn vorher schon durch dieses kleine runde Loch im Inkubator streicheln. Es war das schönste Baby was ich je gesehen habe. So zart und klein und ganz winzig. Und er sah genau so aus, wie sein Papa. Ein wundervolles schönes Gottes Geschenk!

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Zurückblickend kann ich immer wieder sagen „Ich hatte eine Bilderbuch Schwangerschaft“ was keiner so in dieser Form erwartet hätte. Selbst ich persönliche bin nicht davon ausgegangen, dass ich es bis zum Ende so unkompliziert empfinde und selbst sogar noch kurze Strecken mit Gehhilfen gegangen bin. Ich bin stolz auf mich und meinen Sohn, dass wir dies so zusammen gemeistert haben und ein großes „DANKE“ an unseren lieben Papi, der immer für uns da ist!

Eure RolliMami

Diese zwei tollen Bücher haben uns durch unsere Schwangerschaft begleitet:

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4 Kommentare

4 Kommentare zu “Abenteuer Baby

  1. Ach wie schön, dass alles so natürlich geklappt hat. Das ist dann sicher nochmal mehr besonders für euch.
    Hattest du denn gar keine Probleme mit den Knochen und deiner Krankheit durch das schwere Bauchgewicht?

    Anja von familiewitz.de

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    • Nein, zur Verwunderung von allen überhaupt nichts. Auch die Ärzte hatten zu Beginn sehr Respekt davor, aber meine Ruhe und Ausgeglichenheit hat sich auf alles sehr positiv ausgewirkt.

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  2. Da hast du es ja viel länger mit den kleinen im Bauch durchgehalten wie ich, bei mir mussten sie die Mausi schon in der 20 SS holen , hat sich aber wie du weisst sehr sehr gut gemacht, ich freue mich so sehr das ihr das so doll meistert.

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    • Schon in der 20 SSW ? Das ist wirklich sehr sehr früh, sicherlich keine einfache Zeit gewesen.
      Aber, das erste Kuscheln, das erste noch unbewusste Lächeln und einfach sein Baby im Arm halten zu dürfen, entschädigt jede schwere Zeit.

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