21. Türchen im Advent

Das 21. Türchen im Advent ist für euch heute gefüllt, mit wundervollen Erinnerungen an Heiligabend. Bloggerin Anja von Familie Witz erzählt euch, warum Heiligabend früher, wie auch heute, ihr liebster Weihnachtstag ist.

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Heiligabend – Mein liebster Weihnachtstag – früher, wie auch heute

Als ich ein Kind war, begann unser Heiligabend immer am frühen Nachmittag. Mein jüngerer Bruder, mein Papa und ich saßen zusammen im weihnachtlich geschmückten Wohnzimmer und schauten Pippi Langstrumpf. Meine Mutter werkelte derweil meist in der Küche und bereitete schon mal einiges für das Abendessen vor.
Zu essen gab es jedes Jahr das gleiche an Heiligabend: Erst Hühnersuppe, dann Pastetchen mit Hühnerfrikassee und zum Nachtisch ein Stückchen Königsrolle. Das war Gesetz, dieses Essen gab es nur Heiligabend. Jeder Versuch meiner Mutter, uns mal zu einem anderen Weihnachtsessen zu bewegen, scheiterte in der ersten Runde. Tut mir Leid, Mama, aber wir waren da als Kinder nicht so flexibel und Rituale sind ja bekanntlich auch gut für Kinder ;).
Ich glaube, Pippi Langstrumpf konnten wir nie zu Ende gucken, da wir zwischenzeitlich zur Kindermesse in die nahegelegene Kirche gingen. Eigentlich mochte ich Messen nicht, das war mir immer viel zu langweilig. Doch an Weihnachten hatte es immer etwas Geheimnisvolles und man hat viele Freunde aus dem Kindergarten oder der Schule dort getroffen.
Als wir noch klein waren, gab es immer kurz nach der Messe die Bescherung und danach das Weihnachtsessen, denn die Spannung war für uns Kinder einfach immer sooo groß. Später wurde erst in Ruhe gegessen und dann wurden die Geschenke ausgepackt. Bevor das „Christkind“ soweit war mussten wir immer mit Papa nach oben gehen ins Kinderzimmer. Irgendwann läutete unten dann ein Glöckchen und wir durften runterkommen.
Meine Mutter hat sich immer unglaublich viel Mühe gegeben, alles besonders schön zu machen und so ist es mir auch in Erinnerung geblieben und ich vermisse es auch tatsächlich sehr – das Weihnachtsfest mit meinen Eltern.
Heiligabend haben wir immer nur zu viert verbracht. Nie mit Großeltern, Tanten, Onkeln und so weiter zusammen. Nur wir als kleine Familie. Wenn Freunde erzählten, dass sie den 24.12. immer im großen Familienkreis feierten, dann fühlte sich das für mich irgendwie immer falsch an. Für mich war der einzig richtige Heiligabend der, wo nur Mutter, Vater und Kinder zusammen feiern. Alles andere war für mich nicht richtig. Das verstand ich einfach nicht.

Heute bin ich Mutter von den zwei kleinen Söhnen Jan und Tom, vier und fast zwei Jahre alt. Heute verstehe ich nicht mehr, wie man nur zu viert Heiligabend feiern kann. Heute möchte ich am liebsten die ganze Familie um mich haben. Alleine, nur unter uns, ist für mich heutzutage nicht mehr so magisch und schön. Ich denke, das liegt daran, dass ich heute das „Christkind“ bin und alles vorbereite. Trotzdem ist für mich der 24.12. immer noch der schönste und aufregendste Weihnachtstag von allen. Heute feiern wir aber tatsächlich immer abwechselnd mit meiner Familie und der Familie meines Mannes den Heiligen Abend. Es gibt auch keine Pastetchen mit Hühnerfrikassee mehr, sondern Raclette in gemütlicher Runde. Meine Kinder werden also so aufwachsen, für sie wird es also wohl komisch sein, wenn ihnen Freunde erzählen, dass sie Heiligabend nur im engsten Kreis feiern. Sie kennen und schätzen jetzt unsere Variante, die mit der großen Familie.

Ich versuche, Weihnachten für meine Kinder genauso schön und unvergesslich zu machen, wie es meine Eltern für uns geschafft haben. Viele Rituale habe ich übernommen. Ich backe in der Weihnachtszeit Plätzchen nach den gleichen Rezepten wie meine Mama und diese gibt es genauso wie in meiner Kindheit erst an Heiligabend. Unser Weihnachten beginnt auch mit Astrid Lindgren – damit die Filme auch vor der Messe zu Ende geschaut werden können, haben wir mittlerweile eine kleine Auswahl auf DVD. Das gehört irgendwie sowas von dazu, auch noch als Erwachsener . Nach der Kindermesse bestehe ich genauso wie meine Mama darauf, dass der Papi und Jan und Tom oben in den Kinderzimmern spielen gehen oder zusammen ein schönes Buch lesen. Denn das Christkind mag nicht gerne gesehen werden. Die Mütter dürfen dem Christkind helfen, das ist ok. Aber falls ein anderes lautes Geräusch es erschreckt, dann kann es sein, dass es vor lauter Scheu schnell wieder verschwindet. Und das möchte ja nun keiner, oder?!

Ach Weihnachten, ich freu mich auf dich und Jan und Tom sind schon ganz aufgeregt. Bald gibt es wieder leuchtende Kinderaugen im Kerzenschein vor dem Tannenbaum zu sehen. Ein magischer Augenblick.

 

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