13. Türchen im Advent

Das 13. Türchen ist heute gleichzeitig der dritte Advent. An diesem gibt es für euch eine wahre Geschichte aus dem Leben von Annett.
Ich kenne Annett selbst sehr lange, da sie meine Schwester als Freundin schon seit der Schulzeit begleitet. Ein Vögelchen zwitscherte mir, dass sie gern schreibt und so hab ich sie direkt als Gastbloggerin zu mir auf den Blog eingeladen.

DAS WUNDER IM STALL

Dritter Sonntag im Advent.
Sich auf den Weg machen.
Einen Weg bereiten, vorbereiten, ebnen,
oder sich bereit machen,
für das, was kommt. 

Ich habe vormittags einen Weg aus bunten Fußspuren gesehen,
vorhin im Taufgedächtnis-Gottesdienst
und Lichter an den Fußspuren.
Ich habe  nachmittags den Weg des Aljoscha mitverfolgt,
der Gott suchen wollte
und ihn fand mitten in der Welt.

Ich habe mich aufgemacht,
mit einem Licht aus der Kirche
mitten zur lebendigen, fröhlichen Adventsfeier nebenan.
Soviel Weg, soviel Licht, soviel wunderbarer Advent an einem Tag. 

Dritter Advent.
Sich auf den Weg machen. 

Nach einem langen Kirchentag
mache ich mich auf den Weg nach Hause.
Nicht ahnend, welches Wunder heute noch geschieht.
Die Familie am Kamin versammelt,
mit Crottendorfer Räucherkerzeln,
sich schwindelerregend drehenden Pyramidchen,
und  Glühwein und Whisky und Pfeife,
Keksen, Konfekt, Geschichten und Witzen.
Gott in der Welt mitten im frohen Advent.

Doch was ist das???
Oh, es geht los. … !!!
Dort hinten bei uns im Stall
steht unsre Kuh Karla in Wehen. …, …,
Schnell noch ein bisschen Stroh, nein, viel Stroh hingetan,
damit das Kälbchen es warm und weich hat,
und Karla auch. , …, …

Kai weiß genau, was jetzt zu tun ist.
Ich stehe nur da und staune und bete und reiche Stroh,
hole Wasser und warte und bange und staune.
Diese Augen, diese Kuhaugen und das Glück und das zärtliche Muhen,
als das kleine Kälbchen da ist,
ergreifen mich mit einer Tiefe,
die ich nicht geahnt habe. 

Frierend und zitternd liegt der kleine Kerl auf einmal in der Welt,
nass und so verletzlich.
Ist er gesund? Wird er es schaffen?
Karla schafft es. Sie weiß, was zu tun ist: Abschlecken, abschlecken, abschlecken. Ihr Kalb muss trocken und warm werden. 

006

Wir stehen vor diesem Wunder.
Ich bin tief berührt vom Wunder des Lebens.
Alle Fragen nach dem Sinn des Lebens werden auf einmal nichtig:
Das Leben  ist ein Geschenk Gottes.
Das Leben, so verletzlich, so unsicher, so schnell dem Tod nahe,
so flüchtig und so vergänglich,
ist doch wunderbar und so voll Hoffnung und Kraft. 

Dieses Jahr werde ich die Weihnachtsgeschichte im Stall lesen,
egal, ob jemand mitkommt oder nicht,
egal, ob ich dann nach Silo stinke, oder nicht.
Ich werde die Weihnachtsgeschichte zum „Heiligen Abend“ im Stall lesen. 

Karla und Karl wird das schnuppe sein, (oder vielleicht auch nicht ☺ )
aber ich werde ergriffen an das Wunder denken:
an das Wunder der Geburt von Karl,
an das Wunder des Lebens,
an das Wunder Gottes unvergleichlicher Liebe zu uns Menschen,
die sich in Bethlehem auf den Weg machte.

Zu mir, zu dir, zu uns. 

 

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Ein Kommentar zu “13. Türchen im Advent

  1. Pingback: MARIA ein Weihnachtsgruß | RolliMami

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